Radfahrerverein Germania Delitzsch e.V

 

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Leipziger Volkszeitung lokalteil Delitzsch Eilenburg / Schkeuditz 06.08.2007

Reh-Animation“ unmöglich

Juniorenfahrer kollidiert mit Waldtier, bleibt aber unverletzt
Wolteritz. Mitten auf dem Feld an der „Schafshöhe“ warten die Profis bei strahlendem Sonnenschein auf die Siegerehrung beim 3. Wolteritzer Radrennen. Anders als in den Vorjahren sei der Regen diesmal ausgeblieben, freut sich Dieter Klima vom Fleischer Utting und legt eine seiner 400 Bratwürste auf den Grill. Auch Kamerad Mario Sonntag, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Wolteritz ist „mit dem Wetter zufrieden“. Die Stimmung sei gut, die Arbeit halte sich in Grenzen, gibt er – etwas voreilig – bekannt. Neben seinem rot-weißen Einsatzwagen bittet Airportmitarbeiterin Roswitha Sack die Kinder an ihr Glücksrad. „Ich komme gern zur Schafshöhe“, schließlich sei dieses Rennen „das sportliche Highlight für die Radler in der Region“.
Ein wenig ungeduldig warten die Fahrer des Seniorenrennens auf die Auszeichnung „ihrer“ besten drei Wettkämpfer. Heiko Henser, der an diesem Tag extra aus Nienburg von der Weser nach Sachsen gekommen ist, kann nicht verstehen, „warum das trotz riesen Equipment solange dauert“. Es gebe Probleme mit den Transpondern der Fahrer, weiß Manuela Götze vom Sächsischen Radfahrerbund, „nicht alle Sportler haben begriffen, dass er ans Bein gehört“, um die Zeit exakt messen zu können.
Alles scheint friedlich, doch dann passiert das Unglück. Gerade als die Junioren an den Zuschauern vorbeirauschen tönt es aus dem Lautsprecher: „Ein Reh wurde angefahren, Überlebenschancen aussichtslos“. Die DRK-Sanitäter Anja Wuttke und Andreas Schulze geben bekannt: „Eine Reh-Animation war nicht möglich“. Schweren Herzens hievt Kamerad Sonntag das Reh von der Rennstrecke und informiert den zuständigen Förster über das tragische Aus. „Vielleicht sollte die Schafs- in Rehhöhe umbenannt werden“, witzelt es aus dem Lautsprecher. Derweil bleibt der Rad-Jäger Julius Marquart vom SC Berlin unverletzt, kann weiterfahren und wird noch Elfter.
Johannes Streckenbach

Die Juniorenfahrer lassen das verunglückte Reh an der Schafshöhe links liegen. Später wird es von der Freiwilligen Feuerwehr Wolteritz abtransportiert. Foto: Michael Strohmeyer