Radfahrerverein Germania Delitzsch e.V

 

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Leipziger Volkszeitung  Lokalteil  Delitzsch-Eilenburger / Sport  vom 06.08.2007

Robert Bengsch gewinnt in Wolteritz

Olympiasieger und Hobbyfahrer radeln Seite an Seite um die Schafshöhe / Hauptfeld muss angehalten werden

Zum diesjährigen Rundstreckenrennen „Um die Schafshöhe“ hatte am Sonnabend der Verein RV Germania Delitzsch Radprofis und Hobbyradler nach Sachsen in den Schkeuditzer Ortsteil Wolteritz eingeladen. Die Elite des Radsports versammelte sich bereits das dritte Jahr in Folge am Schladitzer See, um gemeinsam mit Vereinsmannschaften aus der Region sowie den Nachwuchstalenten und denen, die es einmal waren, ihre Wettkampfqualitäten unter Beweis zu stellen.
Mit dabei waren Olympiasieger und Weltmeister Robert Bartko vom RSV Werner Otto Berlin sowie sein Partner im WM-Vierer, Robert Bengsch, vom KED-Bianchi Rad Team Berlin. „Die Jungs sind heißhungrig, und das nicht nur auf die Grillwürste“, scherzte Bundestrainer Uwe Freese über seine gut gelaunten „Bahnausdauerfahrer“ vor Beginn des Rennens.

Auch wenn sich die Spitzengruppe vom Rest des Feldes absetzen konnte – mit der Steigung haben auch die Führenden im Eliterennen um die Schafshöhe zu kämpfen. Foto: Norman Rembarz

Dabei mussten die Radprofis – anders als gewohnt – geduldig auf den Startschuss warten, der sich um eine halbe Stunde nach hinten verschoben hatte. „Das ist alles kein Problem“, bemerkte der Olympiasieger, „dadurch lassen wir uns den Spaß nicht verderben.“ Und den hatten die Pedaleure: Denn als Guido Fulst vor Beginn des Rennes ein „erlaubter“ Schoko-Riegel unter dem Hemd hervorrutschte, war das Hallo groß.
Zunächst schien das Rennen wenig spektakulär. Gleich zu Beginn konnte sich das Trio um Robert Bengsch vom Hauptfeld deutlich absetzen. Allerdings hatten sie ihre Rechnung ohne die starke Mannschaft vom CT Milram Team gemacht. Zusammen mit dem Olympiasieger Guido Fulst vom Marzahner RC setzte diese Gruppe vom Hauptfeld aus zur Verfolgung an. Bei der Aufholjagd vergrößerten sie den Vorsprung zum Peleton zunehmend und konnten zum Spitzentrio aufschließen.
Plötzlich hatte die Spitzengruppe das Hauptfeld direkt vor sich und kam nicht vorbei. Aufgrund der schmalen Straße „mussten wir das Hauptfeld anhalten, damit die Führenden passieren konnten“, war Carsten Krause, Vereinsvorsitzender und Veranstalter, überrascht. So etwas sei schon ungewöhnlich, so Krause, „aber anders ging es nunmal nicht“. Ohnehin wertete er den Renntag, an dem 350 Radsportler teilgenommen hatten, als „vollen Erfolg“, auch wenn es kleinere technische Probleme gegeben hatte.
„Nächstes Jahr machen wir es besser“, entschuldigte er sich bei den Sportlern für das ein oder andere kleine Malheur und hofft, „dass dann auch die Anwohner“ gemeinsam mit dem Radfahrerverein den sportlichen Höhepunkt in der Region gestalten. Am Ende des Tages sicherte sich Robert Bengsch souverän vor Guido Fulst den Titel. Auch er war von der Strecke „begeistert“. Ob er und seine Kollegen nächstes Jahr wieder am Start sind, ließ er offen.
Johannes Streckenbach

Ergebnisse:
U13 männlich (18 Kilometer):
1. Christian Koch 31:44 Minuten, 2. Martin Zhu (beide Cottbus), 3. Tobias Ochsenkühn (Herpersdorf). U15 weiblich (18 Kilometer): 1. Sina Ulbricht 33:07 Minuten (Guben), 2. Julia Kanter (Cottbus), 3. Lisa-Marie Lucask (Guben). U11 männlich (9 Kilometer): 1. Alexander Schlindnein 15:46 Minuten (Dudenhofen), 2. Frank Röschel, 3. Lothar Hotzkow (beide Cottbus). U11 weiblich (9 Kilometer): 1. Elisa Bödecker 18:58 Minuten (Bad Doberan), 2. Clara Standfuß (Cottbus), 3. Nora Bödecker (Bad Doberan). U13 weiblich (9 Kilometer): 1. Anny Thonig 15:20 Minuten (Cottbus), 2. Michelle Buchholz (Hildesheim), 3. Jenifer Jurisch (Cottbus). U15 männlich (30 Kilometer): 1. Maximillian Beyer 47:38 Minuten (Berlin), 2. Alexander Schmidt (Wernigerode), 3. Philipp Pannusch ( Cottbus). U17 weiblich (30 Kilometer): 1. Victoria Kovalova 48:37 Minuten, 2. Janine Bubner, 3. Lisa Poller (alle Cottbus). U17 männlich (45 Kilometer): 1. Nikias Arndt 01:05:32 Minuten, 2. Constantin Liebenow, 3. Michel Koch (alle Cottbus). Juniorinnen U19 (45 Kilometer): 1. Julia Rost 01:02:58 Minuten (Leipzig), 2. Petra Franke (Gera), 3. Stephanie Richter (Chemnitz). Frauen (45 Kilometer): 1. Nora Schaufuß 01:09:57 Minuten, 2. Elisabeth Duwe (beide Frankfurt), 3. DStephanie Klein (Potsdam). Senioren (45 Kilometer): 1. Toralf Baumgarten 01:02:48 Minuten (Wolfsburg), 2. Enrico Busch (Borgsdorf), 3. Axel Sinske (Cottbus). Junioren (54 Kilometer): 1. Rüdiger Selig 01:14:10 Minuten (Leipzig), 2. Fabio Lippold (Berlin), 3. Kai Kustin-Becker (Hildesheim). Männer (90 Kilometer): 1. Robert Bengsch 01:38:27 Minuten (KED-Bianchi Rad Team Berlin), 2. Guido Fulst (Marzahner RC), 3. Erik Mohs (CT Milram).

Olympiasieger Robert Bartko

Interview


Frage: Herr Bartko, wie kommt es, dass Sie an einem „Dorfrennen“ teilnehmen?
Bartko: (schmunzelt) Ich brauche noch ein paar Wettkampfpunkte für meine Lizenz und außerdem bin ich hier nicht so weit weg von zu Hause. Das tut mal ganz gut.
Sind Sie mit den Bedingungen hier zufrieden?
Die Streckenlänge ist gut. Natürlich kannst du hier keinen Sprinter schicken, da die Straße etwas schmal ist und der Weg über das Feld zum Start etwas lang. Aber dafür ist der Spaß umso größer.
Sie kommen gerne zur Schafshöhe?
Natürlich, wenn es in meinen Trainingsplan rein passt, bin ich dabei.
Schon mal was von Doping gehört?
(lacht) Also: Gehört schon. Doping-Vorwürfe müssen wir ja schon mit Humor nehmen, anders geht das ja sonst nicht mehr.
Was steht in nächster Zeit auf dem Programm?
In 14 Tagen bin ich bei den deutschen Meisterschaften in Berlin und will mich für die Olympischen Spiele in Peking qualifizieren. Den entscheidenden Schliff hole ich mich hier.
Interview:
Johannes Streckenbach