Radfahrerverein Germania Delitzsch e.V

 

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 Bericht aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.06.2013 / Lokalteil Delitzsch-Eilenburger

Holländische Pommes und Couch-Kartoffeln

Ur-Krostitzer-Univega-Radfahrer unterliegen Profis /
Wernicke an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt

Delitzsch (jd). Sportler übertreiben es ja gerne mal mit dem Ehrgeiz, vergessen für den Erfolg auch die eigene Gesundheit. Diese unglückselige Mischung hat Renzo Wernicke jetzt buchstäblich aus den Latschen gehauen. Beim Teamchef und Sprinter der Radfahrer des Teams Ur-Krostitzer Univega ist das Pfeiffersche Drüsenfieber diagnostiziert worden. Der 40-Jährige hatte im Winter eine Erkältung nicht richtig auskuriert und fällt nun sechs bis acht Wochen komplett aus.
Nichts geht mehr beim UKU-Häuptling, das Immunsystem liegt darnieder, Frau Doktor verordnete dem Unruheherd völlige Ruhe. "Richtig schlimm. Das ist für einen Sportler kein Zustand. Und ausgerechnet noch im Sommer, wo es so richtig Spaß macht", sagt Wernicke. Die Spaßfaktoren muss er jetzt vorerst anderswo suchen. Aber ein Wernicke der zwei Monate als Couch-Kartoffel auf dem Sofa hängt? Schwer vorstellbar.
Nicht einmal als moralische Stütze darf er das Team begleiten - zu viel Aufregung. Dabei bereitete die Mannschaft zuletzt wieder mächtig Freude, stemmte sich als einzige Equipe bei zwei Rennen nahe Hannover gegen die Übermacht der niederländischen Profis vom Cyclingteam Jo Piels. Auf dem ersten 161 Kilometer langen Kanten musste das Feld 14 Mal eine knochenharte ein Kilometer-Steigung absolvieren. Stefan Gaebel gefiel das offenbar. Er gewann den Bergpreis und belegte im Sprint Platz zwei hinter Berden de Vries (Jo Piels). "Stefan ist seit Wochen in bestechender Form und setzt immer noch weiter einen drauf - Wahnsinn", zog Wernicke verbal seine Kappe.
Tags darauf übernahm Henner Rödel die Rolle des Helden, fuhr beim 50. Gehrdener Bürgerpreis auf Rang drei. Wieder waren die Niederländer von Jo Piels einen Zacken stärker. "Mehr war nicht drin", musste auch Wernicke anerkennen, schob aber direkt nach: "Wir haben als Mannschaft klasse Paroli geboten." Wieder ganz rauf auf das Podest soll es am Freitag gehen, wenn die 22. Auflage des berüchtigten "Preis von Dölzig" startet. Dort plant Ur-Krostitzer-Univega-Vortänzer Eric Baumann den ganz großen Coup, will als erster überhaupt zum dritten Mal in Dölzig gewinnen. "Das ist meine kleine Weltmeisterschaft", sagt der 32-Jährige.

Wie sich die Bilder gleichen: Zunächst landet Stefan Gaebel (linkes Bild, rechts) hinter einem Jo-Piels-Fahrer, tags darauf muss Henner Rödel (rechtes Bild, rechts) zwei Jungs vom niederländischen Profiteam den Vortritt lassen
.Foto: privat