Radfahrerverein Germania Delitzsch e.V

 

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 Bericht aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.08.2013 / Lokalteil Delitzsch-Eilenburger

Univega sagt servus

Rad-Lieferant und Co-Namensgeber des Delitzscher Teams steigt aus dem Rennsport aus / US-Konzern soll übernehmen

Delitzsch. Paukenschlag beim Delitzscher Team Ur-Krostitzer Univega: Radlieferant und Co-Namensgeber Univega beendet sein Engagement zum Jahresende. Ein Nachfolger steht laut Teamchef Renzo Wernicke aber schon in den Startlöchern. Nächste Woche soll der Vertrag unterschrieben werden.
Von Johannes David
Fünf Jahre war der Radsport am Lober untrennbar mit dem Namen Univega verbunden. Das Unternehmen aus Cloppenburg leistete Geburtshilfe bei der Gründung des Amateur-Teams, steht dafür nicht umsonst seitdem mit seinem Namen. Und lieferte den Sportlern ihr wichtigstes Utensil. Doch Mutterkonzern Derby entschied, dass seine Tochter ab 2014 keine Rennräder mehr produziert. Was sich schon seit einigen Wochen andeutete, ist nun Gewissheit. Die Delitzscher Equipe verliert ihren Material-Hauptsponsor. "Wir hätten gerne weiter mit Univega zusammengearbeitet", sagt Wernicke und findet die Trennung "sehr bedauerlich". Doch die Trauer scheint nicht von allzu langer Dauer. Da die Mannschaft inzwischen zu den herausragenden Erscheinungen der Szene gehört, bekundeten laut Teamchef gleich mehrere Hersteller Interesse, die Univega-Nachfolge anzutreten. Als Anwärter Nummer eins gilt ein großer US-Konzern. Letzte Details sollen am nächsten Wochenende auf der Messe Eurobike geklärt werden. Die Vertragsunterzeichnung sei nur noch Formsache, so Wernicke. Spätestens Anfang September will das Team den neuen Partner und zweiten Hauptsponsor neben Ur-Krostitzer offiziell vorstellen.
Auch personell laufen die Planungen für 2014 unter Volldampf. So gab Bahnspezi Erik Mohs in dieser Woche trotz mehrerer anderer Angebote seine Zusage für eine weitere Saison im UKU-Dress. "Erfreulich, dass unsere zwei Zugspitzen an Bord bleiben", sagt Wernicke mit Seitenblick auf Kapitän Eric Baumann, der ebenfalls verlängert hat. Für ein paar andere dagegen endet mit dem Jahr auch das Abenteuer Delitzsch. "Einige müssen auf Grund ihrer Leistung gehen", erklärt Wernicke nüchtern. Ersatz steht schon bereit. Zwei, drei Verstärkungen plant die Teamleitung. Wiederum soll es sich dabei um Ex-Profis handeln, die nebenbei ins Berufsleben gleiten wollen. Mit dieser Taktik fuhr die Mannschaft schon bei der Verpflichtung von Baumann und Johannes Heider gut.
Angesichts all der organisatorischen Planspiele geriet in den vergangenen Woche das Sportliche fast ein wenig in den Hintergrund. Dabei waren die jüngsten Ergebnisse durchaus vorzeigbar. Herausragend dabei der 4. Platz von Stefan Gaebel beim Grand Prix Kralovehradeckeho kraje (Tschechien). Netter Nebeneffekt der Topleistung ist die Einladung zur Tour of Bohemia im September. Doch zuvor will die Mannschaft an diesem Wochenende in Osterwedding und Zwenkau der Konkurrenz die Hacken zeigen. "Es wird wieder mal Zeit für einen Sieg", sagt Wernicke. Der designierte neue Rad-Lieferant sähe es sicher mit Freuden.