Radfahrerverein Germania Delitzsch e.V

 

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 Bericht aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.12.2013 / Lokalteil Delitzsch-Eilenburger

 Die schwebende Topverpflichtung

Ur-Krostitzer Giant Neuzugang Matthias Friedemann schwärmt und plant eine Rückkehr zu den Profis

Delitzsch. Der laue Dezember - er hat Feinde und Verehrer. Matthias Friedemann gehört ganz sicher in letztere Kategorie. Der prominente Neuzugang des Rad-Teams Ur-Krostitzer Giant sitzt praktisch täglich im Sattel, bereitet sich akribisch auf die Saison 2014 vor. Und weil der Mann Ex-Profi ist, kann er sogar während der Einheiten telefonieren und über sein neues Leben als "Amateur" plaudern.
Schon die Bezeichnung führt leicht in die Irre, denn vorerst verdient der 29-Jährige weiterhin auf zwei Rädern sein Geld. Private Sponsoren unterstützen den Chemnitzer. Wie lange das noch funktioniert, steht allerdings in den Sternen. Als einen "schwebenden Zustand" bezeichnet Friedemann seine momentane Situation. "Im Jahresverlauf muss ich dann sehen, ob ich wieder einen Schritt nach vorne mache oder mit dem Radsport aufhöre." Heißt: entweder zurück zu den Profis oder Schluss mit lustig.
Fürs Erste scheint er aber bei seinen neuen Kollegen angekommen zu sein. Beim Teamtreffen am Wochenende in Quering nahmen alle Mann Witterung auf, schauten einander tief in die Augen und stellten fest: "Sehr nette Jungs, gut erzogen, ein reibungsloses Miteinander." So zumindest lautet die Meinung vom Chef de la Mission, Renzo Wernicke. Auch Friedemann sprach noch gestern beglückt von einer "super herzlichen, entspannten Sache". In der Szene kennt man sich ohnehin, einer großen Vorstellungsrunde bedurfte es demnach nicht. Und so ging es gleich zum sportlichen Teil über: Wobei die Talente in Sachen Dauerlauf und Hallenfußball überaus unterschiedlich verteilt sind. Am Abend stieg die Weihnachtsfeier mit dem Ur-Krostitzer- Giant-Heimatverein Germania De- litzsch. "Ein rundum gelungenes Wochenende", resümierte Wernicke. Wobei dessen Hauptaufgabe logischerweise darin besteht, gute Nachrichten zu verbreiten.
Eine weniger gute Neuigkeit erblickte dann doch noch das Licht der Welt: Räder und Teambekleidung für die anstehende Saison sind noch in der Mache, sollen alsbald geliefert werden. Spätestens im Januar könnte Top-Verpflichtung Friedemann das druckfrische Arbeitsmaterial gebrauchen, wenn er auf eigene Faust ins erste Mallorca-Trainingslager des Jahres startet. Die Mannschaft folgt in zwei Schüben im Februar und März.
Normalerweise würde Matthias Friedemann schon jetzt auf der Balearen-Insel Gas geben, wäre sogar das neue Jahr praktisch schon komplett durchgeplant. Da geht es im Amateurlager etwas gediegener zu, ansonsten aber bescheinigt der Neue Wernicke und Co. einen "professionellen Anspruch. Kommunikation, Organisation und Wettkämpfe passen". Vor allen Dingen freut sich der sprintende Allrounder auf die anvisierten vier UCI-Rundfahrten. Schließlich lässt sich nirgends im Radsport-Zirkus besser eine Visitenkarte hinterlegen.
Johannes David

Kein Fahrrad zur Hand: Renzo Wernicke führt die joggende Ur-Krostitzer-Giant-Meute beim Dauerlauf
gemeinsam mit Matthias Friedemann (rechts) an.Foto: Thomas Jentzsch