Radfahrerverein Germania Delitzsch e.V

 

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 Bericht aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.06.2014 / Lokalteil Delitzsch-Eilenburger

Die Besten

Erik Mohs und Tim Kleinwächter holen Deutschen Meistertitel im Tandem

Von Johannes David
Delitzsch/Elzach. Erik Mohs vom Team Ur-Krostitzer Giant hat gemeinsam mit seinem sehbehinderten Tandem-Partner einen fulminanten Auftritt bei der Deutschen Meisterschaft im Paracycling hingelegt. In Elzach (Schwarzwald) setzte sich das Duo im Zeitfahren über 18 km mit mehr als zwei Minuten Vorsprung vor den zweitplatzierten Marcel Kalz/Christian Vaith durch. Nach exakt 37:30 min überquerte das dynamische Duo die Ziellinie und sicherte sich den Titel.
Der riesige Vorsprung resultierte allerdings aus einem Schaden am Tandem der beiden größten Konkurrenten, was Mohs ein wenig zwiespältig zurückließ: "Einerseits ist es schön, dass man sich Deutscher Meister nennen kann. Andererseits hätten wir gern gesehen, wer unter normalen Bedingungen besser ist. Aber man muss halt auch mal Glück haben." Sicher war es mehr als nur Glückssache, was die Kombination Mohs/Kleinwächter ablieferte. Mit durchschnittlich 28,80 km/h jagte das Duo über die Straße und sollte damit auch den Bundestrainer beeindruckt haben.
Doch die hübsche Momentaufnahme kann und muss schon Ende Juli veredelt werden. Dann feiert das dynamische Duo in Spanien seine Weltcup-Premiere, will sich dort für die Weltmeisterschaft empfehlen. "Ich weiß nicht, wie es da abgeht. Aber grundsätzlich wollen wir gut mitfahren, nicht abgehangen werden", nennt Mohs die wichtigsten Ziele. Allerdings ist die Vorbereitung keine ganz einfache. Der 27-Jährige wandelt gerade auf den letzten Metern zum Polizeimeister, absolviert derzeit ein Praktikum. Gemeinsames Training mit Tim Kleinwächter fällt also flach, erst unmittelbar vor dem Weltcup treffen die beiden sich wieder, wollen dann an zwei Tagen vor allen Dingen ihr Arbeitsgerät optimieren und weiter an ihrer Abstimmung untereinander feilen. Aber es soll ja für eine Beziehung manchmal ganz gut sein, wenn man sich ein paar Tage nicht sieht.
Damit die Form auch beim Wiedersehen noch stimmt, gibt Mohs an den Wochenenden immer wieder mit den Kollegen vom Team Ur-Krostitzer Giant Gas. "Ich kann da mehr oder weniger machen, was ich will, mir die Rennen aussuchen", erzählt der Leipziger. Teamchef Renzo Wernicke kümmert sich bekanntlich rührend um sein bestes Pferd im Stall, hofft, dass Mohs/Kleinwächter den ganz großen Sprung schaffen. Und der nennt sich Paralympics 2016. Die Spiele am Zuckerhut könnten der Höhepunkt schlechthin aus hiesiger Sicht werden. So viele Olympioniken bringt die Region schließlich nicht unbedingt hervor. "Momentan sind alles nur Zwischenstationen", sagt denn auch Erik Mohs. Unbedeutend sind diese Zwischenstationen aber nicht. "Wir haben wieder bewiesen, dass wir Deutschlands bestes Tandem sind." Für einen technischen Defekt beim wichtigsten Gegner kann schließlich niemand etwas.

Erik Mohs, Radsportler