Radfahrerverein Germania Delitzsch e.V

 

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 Bericht aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.06.2014 / Lokalteil Delitzsch-Eilenburger

Geschädigt

Radfahrer des Teams Ur-Krostitzer Giant ohne Chance bei Deutscher Meisterschaft

Von Johannes David
Delitzsch/Baunatal. Es ist nichts geworden mit der Mega-Überraschung. Die Radfahrer des Teams Ur-Krostitzer Giant Delitzsch hatten gestern beim Straßenrennen um die Deutsche Meisterschaft in Baunatal keine Chance und kamen nach 206 Kilometern im Hinterfeld ins Ziel. Mit etwas Glück wäre mehr drin gewesen, doch Matthias Friedemann konnte nicht voll durchziehen, weil ihn auf der letzten Runde ein Schaden am Hinterrad ereilte. Er bekam den Ehrentitel "Pechspilz des Tages" verlieren. Den Sieg sicherte sich derweil Titelverteidiger André Greipel vor John Degenkolb. Stefan Gaebel durfte als Sachsenmeister schon das Zeitfahren am Freitag bestreiten und wurde 18. Hier fuhr erwartungsgemäß Toni Martin die Konkurrenz in Grund und Boden.

Nach 150 Kilometern hat es ganz schön gezwickt
Eric Baumann,
Radfahrer

Matthias Friedemann (blau-rosa Trikot) zeigt sich während des Rennens rotzfrech im Vorderfeld. Foto: dpa


"Nach 150 Kilometern hat es ganz schön gezwickt. Bis dahin konnte ich einigermaßen mit taumeln", sagte Eric Baumann hinterher. So richtig an den großen Coup hatte im Vorfeld ohnehin nur der UKG-Kapitän selbst geglaubt, weswegen Teamchef Renzo Wernicke das Abschneiden der Seinen von der pragmatischen Seite sah. "Es ging darum, unsere Farben zu präsentieren. Werbung für die Mannschaft, die Stadt und den Sport machen." Immerhin gab's zwei Stunden Fernsehzeit vom Hessischen Rundfunk spendiert. Baumann sah das Unternehmen jedenfalls als durchaus gelungen an: "Als kleines Amateurteam können wir zufrieden sein."
Bis zur letzten Runde hielten sich Friedemann und Holger Burghardt im Hauptfeld. Burghardt wurde allerdings gegen Ende von Krämpfen durchzuckt und rollte im Finale praktisch nur noch. Friedemanns Schicksal ist bekannt, er haderte anschließend: "Ich habe mich gut gefühlt, hätte mitsprinten können." Daraus wurde bekanntlich nichts. Und Eric Baumann? Der wollte über die letzten Meter seines Rennens nicht direkt reden, ließ sich aber trotzdem nicht den Spaß verderben. "Dass es nicht gereicht hat, bringt uns nicht um." Es geht ja nur um Sport. Und auch wenn der Boss gerne lautstark Erfolge einfordert, die Deutsche Meisterschaft ist dann doch ein, zwei Nümmerchen zu groß für das Delitzscher Familienunternehmen.
Zum Schluss noch ein Vergleich zweier Radsport-Welten. André Greipel und Co. brechen jetzt in Richtung Tour de France auf. Die Jungs vom Team Ur-Krostitzer Giant leben dagegen wieder in den Alltag hinein. Sie treten ab Donnerstag bei der Oderland-Rundfahrt in die Pedale. Das nennt man dann wohl Kontrastprogramm. Etwas Positives nahm Ex-Profi Baumann übrigens doch mit von der DM. "Ich bin mal wieder ein etwas längeres Rennen gefahren, gute Vorbereitung für den Sommer." Die Nachbereitung fiel für die Amateure allerdings weniger komfortabel aus. Sie stiegen in den Mannschaftsbus und brachen gen Heimat auf, während sich die Profis auf den Massageliegen reckten. Die jungen Herren der Delitzscher Equipe müssen heute wieder arbeiten, da blieb keine Zeit zum Durchkneten in Hessen.